Eine gemeinsame Ausstellung des Archäologischen
Landesmuseums Baden-Württemberg und des Landesamts
für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in
Zusammenarbeit mit dem Federseemuseum Bad Buchau und
den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg.

Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten
Dr. h. c. Joachim Gauck

4.000 Jahre Pfahlbauten

Die große Landesausstellung
Baden-Württemberg zum UNESCO-Welterbe
„Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“

Originalgetreu rekonstruiertes Pfahlbaumodell nach Bodman-Schachen, um 1900 v. Chr.

Die Häuser waren aus Hölzern gebaut, die mit Seilen verbunden waren.
Die Wände waren lehmverputzt, auch die Herdstellen und Öfen waren aus Lehm.
Die Dächer waren mit Rinde, Holzschindeln, Stroh oder Schilf gedeckt.

4.000 Jahre Pfahlbauten

Die von 5000 bis 850 v. Chr. in Mooren oder an Seeufern errichteten Siedlungen der Stein- und Bronzezeit – die Pfahlbauten – gehören weltweit zu den faszinierendsten und aussagekräftigsten Phänomenen der Archäologie. Spektakuläre neue Forschungsergebnisse und Ausgrabungsfunde vom Bodensee und aus Oberschwaben, bereichert durch hochkarätige Exponate internationaler Museen, erlauben spannende und facettenreiche Einblicke in 4000 Jahre Pfahlbaukulturen, technische Innovationen und gesellschaftlichen Wandel.

Fischernetz aus Flachs, Hornstaad, um 3900 v. Chr.

Kaugummi mit Zahnabdrücken aus Birkenteer, Hornstaad, um 3900 v. Chr.

Basthut, Sipplingen, um 3300 v. Chr.

Verzierte Flöte aus Holunderholz, Hagnau, um 1050 v. Chr.

Im Wasser bewahrt

Die sensationellen Erhaltungsbedingungen für organische Materialien machen die Pfahlbauten so einzigartig: Architekturteile, Holzwerkzeuge, Fischernetze, Musikinstrumente, Textilien, Hüte und Schuhe, Nahrungsmittel und sogar Kaugummis blieben über Jahrtausende wie frisch konserviert und stehen in ihrer Bedeutung und Aussagekraft dem Gletschermann „Ötzi“ in nichts nach.
Moderne Naturwissenschaften lassen die Umwelt und ihre Veränderungen durch die Landnutzung des Menschen in bislang unbekannter Präzision entstehen. 

Wassernüsse, Ödenahlen, um 3700 v. Chr.

Getreideähren - Hartweizen, Hornstaad, um 3900 v. Chr.

Schlafmohnsamen, Konstanz Hörlepark, um 850 v. Chr.

Von Getreidebrei bis Froschschenkel

Wie und wovon lebten die Pfahlbaubewohner? Getreide war das wichtigste Grundnahrungsmittel der sesshaften Bauern. Rothirsch, Rinderbraten, Felchenfilet und Froschschenkel kamen ebenfalls auf den Tisch. Sogar Trüffelsporen wurden entdeckt. Wassernüsse waren am Federsee eine Spezialität. Die nahrhaften Samen der Wasserpflanze konnten vom Boot aus gesammelt werden.

Plastisch geformte Lehmbrüste und bemalte Wandfragmente
aus Bodman-Ludwigshafen am Bodensee, um 3860 v. Chr.

Kult am Bau

Highlight ist ein europaweit einmaliges Pfahlbauhaus aus Ludwigshafen am Bodensee.
Sein Innenraum ist ausgemalt und zeigt weibliche Gestalten mit erhobenen Händen und aus Lehm modellierten Brüsten. Sind sie Ausdruck von Ahnenverehrung und bäuerlichen Fruchtbarkeitsriten?

Steinzeitliches Holzrad aus dem Olzreuter Ried bei Bad Schussenried um 3000 v. Chr.

Rekonstruktion eines Rucksacks nach Funden aus Hornstaad, um 3900 v. Chr.

Typische Kleidung eines steinzeitlichen Pfahlbaubewohners um 3000 v. Chr.

Rucksack und Rad

Die Menschen lebten in kleinen, sehr mobilen Gemeinschaften, deren Kontakte von der Ostsee bis nach Oberitalien, nach Frankreich und in die ungarische Tiefebene reichten. Eines der ältesten Räder aus der Zeit um 3000 v. Chr. wurde in einer Moorsiedlung bei Bad Schussenried entdeckt. 

Grosse Landesausstellung Baden-Württemberg